Dienstag, 22. Dezember 2009
Frohe Weihnachten
ich wuensche euch ein ganz tolles Weihnachtsfest im verschneiten Vorarlberg.
Ich bin derzeit noch in El Nido, werde morgen mit dem Van 6h nach Puerto Princessa fahren und am 24.12. flieg ich dann nach Cebu.
Ich habe eine tolle Zeit - fuer Sandra sind die Ferien ja leider schon rueber, welche wir beiden total genossen. Und vorallem sind wir braun geworden :)
Ich hab von ihr auch erfahren, dass ihr alle sehnsuechtig auf mehr Posts meinerseits wartet. Es tut mir leid, aber es ist hier einfach zu schoen um die Zeit immer im Internet zu verbringen. Ich muss ja auch noch was zu erzaehlen haben, wenn ich wieder daheim bin :)
Und nehmts mir bitte auch nicht krumm, wenn ihr einige Tage warten muesst bis ich Eure Mails beantworte. Ich freu mich jedes Mal total (auch auf Kommentare auf dieser Seite...)
Also in dem Fall: MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR! Tond hoefele bim rutscha :)
Liebe Gruesse
Bettina
Montag, 14. Dezember 2009
Wilkommen auf den Philippinen

von indischen Rikschas zu den philippinischen Treycicles

Am Abend gings dann ab zur Tuntenstrandmeile um ein Cocktail zu schluerfen. Dabei kamen immer wieder Kinder, welche Weihnachtslieder fuer uns sangen. Natuerlich ist hier wie in Indien nichts um sonst - und somit zueckte Sandra einen 20 Peso-Schein aus ihrer Geldtasche. Unsere Kindergaertnerin wollte natuerlich, dass das Geld bruederlich geteilt wird - doch der kleine nicht bloed, rennt mit der Kohle allein davon.

Mit dem 4 Gang Moped machten wir dann am Sonntag die Insel unsicher. Sandra fuhr mich zwar sehr sicher ans Ziel, jedoch beim rueckwaertsschalten wurde es dann jedesmal sehr holprig :) Unter tobendem Gelaechter unsererseits, stellten wir dann gleich fest, dass die Philippinos sehr bemueht um unser Wohlbefinden waren. Jeder zweite rief uns hinterher: "Be carefull Mam" and "Watch out". Wir hatten Spass bis uns ein Polizist anhielt, da unser Moped nicht fuer Touristen zugelassen ist. War jedoch kein Problem - wir durften weiterfahren und Sandra konnte somit das rueckwaertsschalten weiter ueben :)
Wegen meinem Ohrproblem von Kitzbuehel, war fuer mich leider nur ein Schnorcheltrip moeglich. Hier hast du eine herrliche Einsicht in die Unterwasserwelt und dem zu Hause von Nemo :)

Wieder zurueck am White Beach, legten wir dann noch eine Strandstunde ein um zu relaxen. Doch relaxing war nicht angesagt, da uns drei Strandverkaeufer vollquatschten. Wir versuchten ihnen dann "Habedere" und "Servas" beizubrignen, was ziemlich lustig war. Richtig witzig wurde es dann aber erst, als der eine uns dann Schmuck entgegenstreckte und sagte: "Mam - sau billig! Do you want to buy?" Wir entgegneten: "No, it's sau tuer!" Somit seit ihr leider zu keinem Souvenir gekommen, doch er konnte ein paar Worte mehr Vorarlbergerisch.
Freitag, 4. Dezember 2009
Incredible India
Delhi ist total super zum shoppen geeignet. Hier koenntest du Kohle verprassen - wow! Doch ansich find ich es hier jetzt nicht so prickelnd - da war Kalkutta hingegen viel besser! Morgen um Mitternacht geht ja eh schon mein Flug nach Manila.
Gestern und vorgestern war ich in Agra. Gestern frueh - puenktlich zum Sonnenaufgang um 06:00 Uhr gings los um das Taj Mahal anzuschauen. Das war echt spitze. Der Eintrittspreis hats zwar mit Rs 750 in sich (Einheimische bezahlen Rs 20) aber das Taj Mahal muss man ja gesehen haben wenn man schon mal in der Naehe ist :)
Zuvor verbrachte ich 6 Tage in Varanasi - die heiligste Stadt am Ganges mit knappen 1.3 Mio. Einwohner. Tja im Ganges hab ich weder drinnen gebadet noch davon getrunken - trotzdem war es eine total beeindruckende Zeit :). Ich wuerde sagen, dass ich Varanasi am meisten mochte. Die Altstadt ist total schoen. Etliche kleine Gassen in denen keine Autos, Rikschas etc. Platz finden.
Stattdessen musst du auf Kuhfladen aufpassen in die du nicht hineintrittst, Kuehe die dir einfach mal den Weg versperren moechten, der Muell der in den Strassenecken liegt und den Menschen an sich. Die Athmosphaere dieser Stadt mochte ich besonders! Ich hatte dann in der German Bakery (wo es mal so richtig gute Salami gab ;) ) Steffen und Tina aus Darjeeling zufaellig wieder getroffen und dann gings ab zu einer Bootstour am Ganges zum Sonnenaufgang. Den Ganges selber hatte ich mir dann aber doch anders vorgestellt - total dreckig, es stinkt und Leichen schwimmen im Wasser - dem war dann aber nicht so (ausser mit den Leichen - ich hab nur keine gesehen)
Varanasi ist ein Ort an dem man so viele Dinge auf einmal sieht und hoert, dass ich es als schwierig empfinde das so kurz zusammen zu fassen!
Zum Beispiel: du stehst an einem Laden, kaufst grad was und eine "Prozession" mit einer Leiche spaziert an dir vorbei.
Diese Leute sind auf dem Weg zum Verbrennungsghat (Marnikarnika Ghat=Hauptverbrennungsghat) wo taeglich zwischen 200 - 250 Hindus verbrannt werden. Wenn man in Varanasi stirbt dann kann sich die Familie quasi gluecklich schaetzen, da der Verstorbene sofort das Nirvana erreicht. Somit kommen hier viele Menschen aus ganz Indien her um auf den Tod zu warten. Es war erst etwas ungewohnt immer an den Scheiterhaufen vorbei zu laufen und brennende Menschen zu sehen, aber das gehoehrt eben auch dazu was Varansi ausmacht... uch von den Menschen dort war ich positiv ueberrascht! Es hat zwar jeder ein Silkshop der er dir gerne zeigen moechte, aber es war einfach so schoen und friedlich am Ganges entlang zu spazieren. Die Menschen im taeglichen Leben zu beobachten ist eine schoene Geschichte und in Indien bekommst du jederzeit die Gelegenheit. Auch hatte ich die Moeglichkeit kurz bei einer indischen Hochzeit dabei zu sein - musste dann aber leider wieder weiter da Sebastian auf mich wartete.
Vor Varanasi war ich noch fuer 3 Tage in Bodhgaya. Dort zog ich mit Baptiste um die Haeuser und wir besichtigten unter anderem auch die Hoehle in dem Buddha einst zur Erleuchtung kam. Laut Geschichte meditierte Buddha hier fuer 7 Jahre ohne Wasser und Essen. In Bodhgaya kannst du dir etliche buddhistische Tempel ansehen - wobei der Thai Tempel der schoenste war. Den letzten Abend haben wir im Kharmatempel verbracht, da dort Kharmapa (sagen wir mal es ist der 2. wichtigste Buddhist nach Dalai Lama) zu Besuch war. Es war ein tolles Schauspiel: hunderte von Menschen und Moenche welche beim Einzug Instrumente spielten. Dort traf ich auch wieder auf die Moenchstruppe aus Gangtok, welche ich in der 19 stuendigen Zugfahrt von Siliguri nach Gaya kennengelernt habe. Sie wollten mich im Tempel zum Abendessen einladen, doch leider hatte ich keine Zeit, da ich mir noch ein Privattaxi zum Bahnhof fuer den naechsten Morgen besorgen musste. Da ich um 04:00 Uhr fahren musste, riet mir jeder davon ab um diese Zeit mit der Rikscha durch Bodhgaya zu fahren. Die Inder nennen dies den dunklen Staat.
Tja und was gibts sonst noch so zu erzaehlen? Meinem botschatem Leben und mir gehts momentan gut - naja - sagen wir mal wieder :) In Varanasi mal auf die Schnauze geflogen, dann die Stiege runter. Puhhh - da bin ich echt froh dass ich nur blaue Flecken und eine leichte Prellung davongezogen hab. Waere mir das in meiner Gips-Bluetezeit passiert - bedenke nicht in welche Tierpfuschklinik ich haette gehen muessen ;)
Die Erfahrungen mit den Indern selbst? Zum groessten Teil positiv - an das staendig angequatscht werden und das nachgepfiffe, geschweige mind. 5 x pro Tag gefragt zu werden ob sie ein Foto von dir machen duerfen, Bettler die von dir was wollen und einfach sonst noch dutzende die wissen welchen von wo du kommst, was du dort machst, wie lange dass du in Indien bist, wie es dir hier gefaellt etc. etc. - und natuerlich keine Minute fuer dich zu haben sobald du aus dem Hotelzimmer gehst - tja das klappt ganz gut. Trotzdem sind Momente dazwischen wo ich einfach mal kurz meine Ruhe moechte - da fang ich dann an Deutsch zu quatschen. Auch wenn mir das gefrage nach Fotos zu viel wird. Sag ich dann: For 10 Rupees only! Manche wuerden dann tatsaechlich die Geldtasche zuecken (wobei ich dieses ja nicht annehme ;) . Es ist ganz witzig auf Inder so zu reagieren wie sie es bei dir auch machen. Erst mal einen verbluefften Gesichtsausdruck und dann gehts ueber in Gelaechter ;) Auch das Angestarre - starre ich halt zurueck! Die indischen Frauen sind da schon etwas zurueckhaltender. Auch wenn du sie begruesst und anlaechelst - kommt nicht oft was zurueck (hingegen zu den Maennern, Jungs und Maedels) Ich denke, dass dies mit deren Kultur zusammenhaengt, sie Zeit brauchen bis sie etwas "auftauen". Wenn du erst mal mit ein paar Frauen Freude hast, moechtest du auch so schnell nicht mehr weg!
Und nun noch zum Spendenaktion: In Kolkata war ich in einer Schule. Ich kam zufaellig vorbei und dachte mir ich frag mal ob ich rein darf. Dies ist eine Schule in dem nur Kinder aus der unteren Gesellschaftsschicht sind und die Eltern kein Geld haben. Als ich durch das Eingangstor trat, stuermten die ersten Kinder auf mich zu und innerhalb kuerzester Zeit zerrten mich knapp 100 Kinder unter tobendem Geschrei und lautem Gekreische ins innere der Schule. Ich hatte keine Ahnung dass ich den Unterricht der ganzen Schule stoppen werde, nur weil ich als Weisse eine Schule betrete. Die Kinder waren total aus dem Haeuschen und den Lehrern war dies total unangenehm. Sie entschuldigten sich bei mir, da die meisten Kinder noch nie einen Weissen gesehen haben - zumindest noch nie in ihrer Schule. Auch mir war die ganze Situation anfangs unangenehm, da ich echt nicht vor hatte alles zu stoppen und ich behandelt wurde wie etwas besseres - nur weil ich weiss bin. Als die Lehrer dann versuchten mittels Schlaegen wieder Ruhe in das Gewirr zu bringen kam ich mir dann so richtig bloed vor. Aber hier ist nix los mit einem Klassenbucheintrag - da wird erst mal so richtig draufgeschlagen :). Den Kindern fehlt es an Schreibzeug, Buechern, Heften und Schulranzen. Das grosse Problem was aber diese Schueler haben ist, dass sie nach dem Abschluss keine weitere Ausbildung bzw. Studium machen koennen. Der Direktor erzaehlte mir von guten und intelligenten Schuelern die studieren wollten - die Familien aber nicht das Geld dazu hatten. Ein Teil des gespendeten Geldes wird "hoffentlich" dann auch fuer diese Schueler genutzt werden. Was mich verblueffte war, dass die Schueler echt schoene Uniformen trugen. Als ich mich mit dem Direktor unterhalten hatte, erzaehlte mir dieser, dass die Uniformen vom Staat und von Hilfsorganisationen unterstuetzt werden - und somit jeder Schueler nur noch Rs 250 bezahlen muss. Da ich leider keine Zeit hatte (es war der letzte Nachmittag in Kolkata) das noetige Schulzeugs bei einem Laden zu besorgen, uebergab ich dem Direktor die Spende. Eigentlich wollte ich das gespendete Geld nicht einfach so ueberreichen sondern in Naturalien. Ich fuehlte mich aber so wohl, dass ich hier ein gutes Gefuehl hatte. Sicher bin ich mir nicht ob der Direktor nicht einen Teil in seine eigene Tasche steckte (ich meine wir sind hier in Indien!) aber das Gefuehl z.B. im Mutter Theresa-Haus war, dass ich keine einzige Rupie hier lassen moechte...
Haette ich noch mehr Zeit in Kolkata gehabt und jemand zusaetzlichen kennengelernt - haette ich am liebsten Reis, Wasser, Medizien usw. eingekauft und an die Armen selber abgegeben. Dazu fehlte mir dann aber auch der richtige Kontakt und ehrlich gesagt fuer mich alleine waehre dies zu viel gewesen. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass sie das Geld gut und ehrlich nutzen (habe allen Lehrern und Schuelern Bescheid gesagt wie viel Geld ich dem Direktor gegeben hab). Im Namen der Schule soll ich allen "Beteiligten" ein riesiges Dankeschoen sagen!!! Auch ich finde es toll was fuer eine Summe zusammengekommen ist!
So - tja in dem Fall wuensch ich euch mal eine schoene Vorweihnachtszeit und viel Spass beim Gluehmost trinken. Ich denk an euch waehrind ich am Strand dahinbruzzle und mich am Abend ueber meinen Sonnenbrand aergere :)
Sonntag, 15. November 2009
Zurueck in der Zivisialtion
Tag 1: zuerst gings ans organisatorische - Passfotos, Permit fuer Sikkim (nahm knappe zwei Stunden in Anspruch da du von A nach B, von B wieder nach A laufen musst und dann noch mal an ein andren Ort - ich fragte einen Beamten warum sie diese drei Bueros nicht einfach in ein Gebaeude integrieren. Hatte allerdings das Gefuehl, dass er mich nicht ganz verstand...)
In Darjeeling hatte ich noch alles total "schlau" geregelt. Das heisst Gepaeck bei einem Guesthouse verstaut und mich darum gekuemmert, dass sie meine Waesche waschen bis ich wieder retour komme und nur das noetigste eingepackt!
Am Mittag gings dann endlich los nach Sikkim. Nach einer sehr anstrengenden 7 h Fahrt bin ich dann endlich in Yuksom / Sikkim angekommen. Erst mal ins Zimmer gegangen. Das war sehr uebel der Geruch dort - eine Mischung aus nasser Hund und Pisse. Das war natuerlich sehr bedauerlich, dass ich nun mein Gepaeck in Darjeeling liess inkl. mein Huettenschlafsack. So clever wie ich einst dachte, war ich dann doch nicht! :) So blieb mir nix andres uebrig als die schwarzen Knoellchen und Ficher (ich will gar nicht wissen, was das alles war!) vom Bettbezug zu entfernen und mich in die wohlrichende Decke einzunisten! War eine sehr entspannte Nacht...

Waehrend der Fahrt nach Sikkim
Danach traf ich die andren zwei Weiber aus meiner Gruppe! Wow - beide knapp 65 Jahre alt und die klassischsten Englaender. Am ersten Tag war ich etwas angepisst, da auch auf der Strecke nach oben uns nur Pensionisten begegnet sind. Erst dachte ich mir, was ich da wohl fuer Glueck habe mit vier Pensionisten welche zudem noch die ober Englaender und Schotten schlechthin sind die naechsten fuenf Tage zu verbringen. Nach einigen Stunden brach dann aber das Eis - und wir hatten uns sehr gut verstanden. Die ersten beiden Tagen waren sehr anstrengend wegen dem Aufstieg. Jeden Tag waren es 1000 Hoehenmeter welche wir machten in jeweils knapp 6 Stunden. Es war aber nicht so anstrengend wie ich befuerchtet habe! Geschlafen haben wir am ertsen Abend in einer einfachen Lodge. Da unsere Yaks noch nicht da waren und mir total kalt war, fragte ich unseren Guide, ob es hier irgendwo ein Lagerfeuer gibt - wunderbar, da hat er mich in eine Huette gebracht wo ein paar Einheimische lebten. Ich war so froh etwas Waerme abzubekommen. Dort konnte ich auch ein Sikkim-Bier probieren, welches aus einem Bambusbecher inkl. Bambusroehrchen getrunken wird. Dieses ist warm und schmeckt eher nach Most als nach Bier. Aber sehr fein!
Ich, Janet und Anita
unsere drei Yaks
Wir bekamen 3x taeglich gigantisches Essen. Ein Wahnsinn was drei Leute mit einem Gaskocher alles zaubern koennen! Sie kochten jedesmal so viel, dass wir nur knapp die Haelfte davon verspeisen konnten. Die Nacht war sehr kalt - wegen der Hoehe und der Kaelte bekam ich auch fast kein Schlaf ab und wartete jedesmal darauf bis wir wieder aufstehen. Hatte mich also gar nicht genervt, dass beide Pensionisten Dauerschnarcher sind...
Abendessen bei Kerzenschein auf 2900 m
Wir mit beiden Kitchenboys und Krishna unserem Guide
Am zweiten Tag gings dann rauf auf Dzongri (4030 m) - dort angekommen wars natuerlich wahnsinnig kalt. Leider gab es weder einen Stuhl noch Tisch - dafuer eine Lodge, und wir kaempften darum in dieser schlafen zu duerfen und nicht in ein Zelt zu muessen. Die Crew war total nett, wenn uns kalt war machten sie uns Waermeflaschen und alle hatten immer einen fetten Grinser.

Endlich angekommen: Dzongri

Aussicht von Dzongri
Am naechsten Morgen gings dann um 04:30 Uhr los um nochmals einen knapp 1 h langen Aufstig von 370 m zum Aussichtspunkt zu machen. Ehrlich gesagt war ich vom Ausblick etwas enttaeuscht, das Wetter spielte ebenfalls nicht so mit. Ich hatte an diesem Morgen dazu noch erhebliche Probleme mit der Hoehe. Mir war kotzuebel, was dann aber nach knappen 3 h vorueber war. Ich kaempfte mich den scheiss Berg rauf um den Sonnenaufgang zu beobachten. Als ich mich dann wieder fit fuehlte, hatten die andren so ihre Probleme mit der Hoehe. Der Rest des Tages war sehr entspannt. Endlich schien mal die Sonne (die Tage davor hatten wir nur Nebel) und so doesten wir fein vor uns hin. In der Nacht hatte ich dann wiedermal Probleme mit dem Schlaf. Um 04:30 Uhr bemerkte ich nur dass ein Fiech in meinem Gesicht ist. Ich vernahm kalte, weiche Pfoten welche ueber meine Stirn trampelten. Schreck lass nach - bin sofort aufgesprungen - wie eine nersche geschrien. Da der Schlafsack geschlossen war zappelte ich total rum um rauszukommen, dachte dass die Maus in Schlafsack reingeflogen ist als ich aufgesprungen bin! Beide Englaenderinnen sind daraufhin natuerlich auch gleich wach geworden. Ich schrie nur dass sie sofort ihre Taschenlampen einschalten sollen. Naja, und da sahen wir noch die Maus durch eine Nische schluepfen! War ein sehr tolles Erlebnis. Danch musste ich Traenen lachen - ich haette zu gerne ein Foto von meinem Gesichtsaudruck als ich das bemerkte und aufsprang :)

Sonnenaufgang auf 4400 m Hoehe

ueberall tibetische Gebetsfahnen


schoenes Wolkenspiel
Den Tag danach gings dann wieder runter auf Tshoka (2900 m). Dort fuehrte ich meine "potschate" Phase weiter in dem ich mich auf einen Stuhl setzte, welcher nur 3 Beine hatte - das Ergebnis? Natuerlich vor allen andren voll auf die Schnauze geflogen! Wunderbar :)
Beim runterlaufen ( knappe 11 Stunden insgesamt) hatte ich starke Schmerzen im Knie. Ich verbrauchte 5 Schmerztabletten - es war die Hoelle. Jeder Schritt schmerzte wie Sau - als ich dann zwei auf einmal einwarf gings wieder wunderbar. Jetzt ist alles wieder gut - Muskelkater vom dauer - steil - abwaerts laufen ist auch schon fast vorbei! :) Allerdings wurden wir am 4. Tag mit einem tollen Ausblick belohnt. Dieser war viel besser als beim Aussichtspunkt!

die Pensionistentruppe ( 2x Oesterreich, 3x England, 1x Schottland, 1x Deutscher)


und doch noch ein Einblick ins Himalaya-Gebirge
auf dem Weg nach unten: Toilette oder hinter den Baum?
In Yuksom wieder angekommen kuemmerte ich mich erst mal darum, dass ich nicht wieder in diesem stinkenden Zimmer schlafen muss - und so bekam ich ein viel besseres. Am naechsten Morgen gings dann um 06:30 Uhr mit einem Sammeljeep zurueck nach Darjeeling, d.h. zurueck zu meinem heiss ersehnten Gepaeck. Endlich frische Klamotten, ich konnte mich selber nicht mehr e- sechs Tage ohne Dusche und defenetiv zu wenig Klamotten... Gott sei Dank gings den andren aber nicht besser :)
Die Fahrt, welche diesmal von 06:30 Uhr - 14:30 Uhr dauerte war mehr als anstrengend! 17 Leute + 1 Baby in einem Jeep - nicht gerade komfortabel! Auf der Aussenseite der Schenkel bildet sich schon Kondenswasser, da man so eng aneinander sitzt bzw. eingequetscht ist! Der Jeep machte zwischendurch sehr seltsame Geraeusche - von Knattern bis Quietschen war alles dabei, bis es soweit war und die Bremsen mussten repariert werden. Halt so rein provisorisch erst mal, da wir ja mitten auf der Strecke im Nichts waren. Ein ungutes Gefuehl, doch ich beobachte immer den Fahrer. Wenn der entspannt drein schaut, dann bin ich es auch - natuerlich auch umgekehrt! Alles hat gut geklappt, ausser dem kleinen Maedchen dass hinter mir sass! Zwei mal in Jeep gekotzt und etliche Male aus dem Fenster. Gott sei Dank hatte sie nichts gefruestueckt :)
Vorallem hatte ich echte Bedenken, dass sie mir in den Nacken kotzt und so nahm ich noch eine unbequemere Stellung ein und beugte mich fuer knappe zwei Stunden nach vorne! Nach weiteren Pannen seitens anderer Autos kam ich endlich um 14:30 Uhr im vernebelten Darjeeling an. Hab dann am Abend total nette Leute kennen gelernt. Mit Maya ( von Israel) werde ich mich in fuenf Tagen in Bodhgaya (die bedeutenste buddhistische Pilgerstaette weltweit) treffen. Denke, dass dies eine tolle Zeit werden wird! Danach gehts dann weiter nach Varanasi, Agra (Taj Mahal) und Delhi. All zu viel Zeit in Indien hab ich ja leider nicht mehr - am 07.12. geht mein Flug nach Manila. Freue mich aber total auf die Straende und natuerlich auf Sandra :)

defekte Bremsen - jipiiiiii
Sonntag, 8. November 2009
CHEERS TO LIFE!
In Darjeeling angekommen war ich direkt verliebt in diese Gegend. Alles ist total friedlich, verschiedenste Kulturen treffen aufeinander. Buddhisten, Hindus, auch tibetischer Buddhismus, Moslems und auch katholische Kirchen hat Darjeeling zu bieten. Es ist total schoen durch diese Gegend zu schlendern, von hier und da ertoent wunderschoene Musik, es ist um einiges sauberer als in Kalkutta und auch die Menschen sind ganz anders. Ich empfinde sie als freundlicher und gebildeter. In Kalkutta jemanden zu gruessen oder einfach anzulaecheln - teilweise nicht so gut - fuehrte meistens zu einem etwas unangenehmen Gefuehl. Ihr muesst wissen, dass die Strassen Indiens hauptsaechlich von Maennern dominiert werden. An abwertende Blicke oder nachgepfiffe hab ich mich bereits gewoehnt. Die Blicke der Bettler wenn du ihnen nichts gibst - an diese kannst du dich allerdings nicht gewoehnen! Jedesmal ist es wie ein Stich ins Herz - aber jedem kann ich nicht geben! Als ich eines Abends durch Kalkutta lief rannte ein Maedchen - ohne Oberteil und Schuhe auf mich zu. "Please, buy me food, I ate nothing today!" Was machste da wohl? Ihre Mutter und ihrer kleinen Schwester, fuenf Monate alt hatten ebenfalls noch nichts. Fuer das Baby wurde erst mal ein Vorrat an Milchpulver gekauft, dann gings ab zum Essensstand. Da gabs erst mal RICHTIGES Wasser und Reis. Die Augen strahlten - von allen - und waehren sie assen kam ich ins denken: EUR 1.90 dass vier Personen zu essen haben (ohne Milchpulver) Ich lasse das einfach mal so stehen!
Als das die anderen Bettler in der Strasse mitbekamen dass ich so grosszuegig war, wollten sie natuerlich auch etwas. Wie gesagt, ich kann nicht mit allen Bettler zum Essenstand gehen! Fuck you - war nur eines was sie mir nachrufen!
Generell ist aber zu sagen, dass die Bettler recht friedlich sind. Ich bin froh dass die verkrueppelten dich nicht beruehren, da haette ich ein echtes Problem damit!
Generell ist es aber so zu verstehen, dass ich in dieser Woche total super Erfahrungen sammeln durfte. Einige einheimische Maenner nehmen dich gleich unter ihre Fittiche, wenn sie sehen dass du alleine reist. Sei es am Bahnhof oder einfach in der Stadt wenn du eine gewisse Gegend suchst. Einer half mir wo ich auf der Suche nach einer Bank war und er zeigte mir in welcher Strasse. Wieder draussen war er natuerlich immer noch hier um mir seinen Shop zu zeigen.Gehste halt kurz mit - kaufen tu ich aber nix - gab ich zu verstehen. No problem ma'm. Tausende Artikel auf knappen drei Quadratmetern verteilt. Typisch fuer indische Geschaefte. Dann gabs Chai (Schwarztee und Milch - ziemlich ueble Kombi wenn man keine Milch mag) ich bekam eine riesen Tasse, er eine mini Tasse. Da nahm ich den ersten Schluck - "how do you like it?" - ja da musste ja mit SUPER oder aehnlichem antworten. Austrinken musste auch! Als ich wieder und wieder daran nippelte - er war bereits fertig - fragte ich einfach warum dass ich so eine grosse Tasse und er so eine kleine Tasse habe. "You are my guest of india!" ok, da hab ich ihm mal vorgeschlagen dass wir teilen koennen, ich nicht einen Vorzug haben moechte. Gott sei Dank hats geklappt, denn von Milch bekomm ich einfach "Wuergreize" :)
Zurueck zu Darjeeling: Ich habe eine super Unterkunft erwischt - auch wieder einmal fuer nur EUR 3.60 - wie gesagt, ein Paradies fuer Sparfuechse! :)
Als ich heute auf dem Weg zu meinem Guesthouse war, entdeckte ich ein Plakat eines Trekkingunternehmens, welches noch auf der Suche fuer einen Trekkinteilnehmer ist. War zwar nicht geplant so schnell einen Trek zu unternehmen, aber wo bleibt die Spontanitaet dachte ich mir! Und zack, alles gebucht. Auf dem Markt noch das notwendigste besorgt (Kappe, dicke Jacke, lange Unterwaesche ...) und los gehts. Leider war es total schwer eine Fleecejacke zu besorgen, und da bot mir eine Verkaeuferin an ihre abzukaufen. Sie wollte knappe EUR 4.00 - versicherte ihr allerdings dass ich sie in acht Tagen wieder zurueck bringen werde :)
Morgen gehts auf nach Sikkim (eigener Bundesstaat in Indien wo ich noch eine spezielle "Erlaubnis" benoetige um fuer ein paar Tage reinzuduerfen. Das heisst Passfotos besorgen und wieder Formalitaeten. Meine Tour wird sieben Tage dauern und es geht bis auf 4.500 m Hoehe hinauf. Wir sind eine Gruppe von drei Touris, und etwa 5-6 Einheimischen (Traeger, Guide, Koch usw.) Geschlafen wird in Zelten bei Temperaturen um den Nullpunkt. Ich bin total gespannt - alle notwendigen Vorkehrungen hab ich getroffen und mir diese Sache auch sehr gut ueberlegt. Ich denke, dies werden die haertesten sieben Tage meiner Reise werden, da das Tagesziel zwischen 5-9 Stunden gehen sein wird - ausser am letzten Tag wo die Luft schon ziemlich duenn sein soll! So - good thinking for the next few days! Die Herausforderung ist nun meines :)
Auch dieses Mal muss ich wieder sagen dass es keine Fotos gibt, da ich wegen der Trekkingtour zu wenig Zeit fuers Internet hab. In einer knappen Woche koennt ihr aber mit Sicherheit auf traumhafte Fotos vom Himalaya-Gebirge rechnen, natuerlich auch von Kalkutta und Darjeeling.
In dem Fall - Berg heil!
Bettina
Dienstag, 3. November 2009
Namaste!
Nach einem ziemlich anstrengenden Flug von Dubai-Kolkata - ich sage nur Kinder :) - bin ich total uebermuedet gelandet. Ich wurde aber gleich wieder wach. Der erste Lacher des Tages war bitte der Typ an der Schweinegrippekontrollstelle. Ihr haettet es sehen sollen, wie in einem schlechten Film. Der Mann sass da, an einem Tisch mit einer Plastik-Oma-Tischdecke, alles komplett veraltet und vermodert, aber hauptsaechlich einen riesen Flatscreen mit Waermebildkamera. Das war sicher mit Abstand der teuerste Gegenstand auf dem gesamten Flughafen :) Dann gings nach draussen. Etliche Inder starren dich an, alle rennen her: need taxi ma'm? Nein ich will erst mal eine rauchen! Da rennt schon der naechste auf mich zu: chai, chai - welcome in india, thank you for visiting my country - und drueckt mir einen mini becher chai in die hand. gut dachte ich mir, nimmst ihn halt. pack ich meinen rucksack, wirf ihn auf den boden und beobachte das treiben. ich musste vor mich hin laecheln, als ich bemerkte: fuck - mein rucksack liegt in der scheisse! na gut, das war mir eine lehre! Als die Spuren beseitigt waren, entschied ich mich fuer ein pree-paid taxi. Der Horror! Ich wusste nicht wieviel Male mir fast das Herz stehen blib und ich mir dachte, dass sich das auf keinen fall mehr ausgehen kann! Die Tuk-tuk Fahrten in Thailand verglichen mit den indischen sind dagegen fast harmlos :)
Fanstastisch finde ich wie einfallsreich die Inder im "Arbeitsplaetze" schaffen sind. Bis du im Taxi eingestiegen bist, hast du sechs Personen beschaeftigt. Bei dem einen hab ich das Ticket besorgt, der naechste wies mir den Weg, der dritte wies mir den Taxifahrer zu, der vierte und der fuenfte machten mir die Tuere auf und packten den Rucksack ins Auto. Fein denkste dir, die sind aber nett hier. Doch der Schein truegt - zaaack stehen gleich wieder paar hier: give tip ma'm! Jo guata Tag, warum auch, ich hab euch gar nicht um eure Hilfe gefragt, ausserdem war es auch nicht eine wesentliche Erleichterung... Ja gut denkste, gibst halt, aber auch nur weil ich jetzt muede angekommen bin und keine Boecke auf Diskussionen hab. Als Antwort bekam ich: "Give Euro Ma'm. 5 Euro for both!" Jo genau, hond wohl an Schuss fuenf Euro. Und so auch der Chai-Verkaeufer. Viele Inder laufen dir nach, ich selber bemerke es gar nicht bzw. dachte die sind schon wieder gezogen, auf einmal hoerste was. Look lady, new market I show you. Drehst dich zu ihm und kennst dich im ersten moment gar nicht aus dass der dir so weit gefolgt ist, nur mit der Hoffnung dass du ihm vielleicht etwas abkaufen koenntest. Ist etwas muehsam, denn die laufen dir staendig und vorallem noch ziemlich lange nach! Andere Laender - andere Sitten :)
Ich bin total gespannt auf die naechste zeit - noch ist mir Indien fremd, die gerueche, bettler und schlepper (ignorieren bringt nichts, sie laufen dir nach bis du sie "verjagst"), generell die maenner, und was man hier auf der strasse alles sieht. INCREDIBLE INDIA!
Doch bin ich mir sicher, dass dies die richtige Entscheidung war und ich noch viele schoene Eindruecke und Erfahrungen sammeln werde.
Fotos kommen beim naechsten Mal - versprochen!
Pfueate
Bettina
Sonntag, 18. Oktober 2009
Komm: Draußen wartet die Welt!
Bald ist es soweit und ich steige in den Flieger nach Kolkata in Indien.
Meine Route?
Naja, erst mal ein paar Tage Kolkata - alles auf mich wirken
lassen - ankommen - klarkommen!
Also: lasst euch überraschen - ich tu´s auch! :)
Zum Schluss noch ein paar Eindrücke was mich erwarten wird:

















